GBC-Senioren gewinnen Derby beim ABC

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Es war kein alltägliches Spiel – nicht, weil die 32er des GBC an einem kalten, windigen Freitagabend statt wie gewohnt am Sonntagvormittag spielten. Sondern weil  Trainer Mirko Bauschmann die Qual der Wahl hatte: 20 fitte Spieler standen noch am Nachmittag bereit, so dass einige Spieler freiwillig auf einen Einsatz verzichten mussten. Und das hatte einen guten Grund: Es war Derbyzeit. Auswärts beim Adlershofer BC ging es um die Vormachtstellung im Südosten Berlins. (Hinspiel: 1:1)

Die bisherige GBC-Saison könnte man wechselhaft nennen, wenn man es nett ausdrücken will – zuverlässig war eigentlich nur, dass guten Spielen unerklärlich triste Auftritte folgten, zuletzt vor allem auch auf dem Bunne und gegen schlagbare Gegner aus der unteren Tabellenhälfte. Unter der Woche hatte es deshalb eine halbstündige frostige Aussprache gegeben.

Das hatte offensichtlich Wirkung gezeigt. Denn die Mannschaft zeigte, unterstützt von einer stark besetzten Bank und zahlreichen Fans, von Beginn an, wie heiß sie auf dieses Derby war – und ging nach nicht einmal fünf Minuten in Führung. Benjamin Gaudian legte sich seine Gegenspieler erstmals zurecht und klinkte den Ball von der Strafraumgrenze trocken und flach ins Eck ein (4.). Eine Ausgangssituation, die den GBC-Senioren zuletzt lag. Und auch am Lohnauer Steig zeigte sich, dass die Mannschaft mit Führungen sorgsam umgehen kann. Dominique Carlos Schubert beruhigte in einer ausgeglichenen, umkämpften Phase der Partie die Nerven und verwandelte einen Freistoß aus mehr als 30 Metern fast von der Auslinie direkt, den gleich zwei GBCer kurz vor dem gegnerischen Torhüter noch entscheidend verfehlten (17.). Man könnte meinen, dass beim GBC an diesem Tag alles klappte und jeder Ball rein ging, aber dem war nicht so. Einen Gaudian-Freistoß konnte der gegnerische Hüter an den Pfosten lenken, ein Schuss von Frühlings-Neuzugang Thomas Bruns wurde von einem ABC-Verteidiger kurz vor dem Einschlag geblockt und nach mehreren starken Adler-Ecken wurde es stets brandgefährlich, ohne dass ein weiterer Treffer fiel. Auf der Gegenseite zeigte sich die ganze Mannschaft in der Defensive aufmerksam und ließ aus dem Spiel nahezu nichts zu. ABC setzte deshalb wie gewohnt auf seine Standard-Stärke. Hatten die Grünauer nach einem langen Einwurf und vielen unüberschaubaren Ballberührungen noch Glück, dass der Ball am Ende knapp neben dem Kasten landete, konnte Adlershof kurz vor der Pause doch verkürzen, als gleich zwei Spieler nach einem verlängerten Freistoß frei vor Torhüter Tom Hauthal auftauchten und ABC-Kapitän Quade aus kurzer Distanz einköpfte (40.).

In der Halbzeitpause herrschte bei den GBC-Recken weitgehend Einigkeit: gute, konzentrierte Leistung, Standards verhindern – aber auch die Sicherheit, noch Treffer nachlegen zu können. Und so sollte es direkt nach Wiederbeginn kommen, der aufgerückte Sechser Bruns traf, weil es so schön ist, gleich doppelt (47., 49.) in Mittelstürmer-Manier. ABC war spürbar beeindruckt und vor allem über den stets anspielbaren und die gegnerische Innenverteidigung stressenden Gaudian kamen die Grünauer nun immer wieder gefährlich vors gegnerische Tor. In dieser Phase hätte die Partie bereits entschieden werden können. Als dann Thilo Reichelt die xte stark getretene Ecke von Daniel Adler mit einem freien Kopfball ins Eck veredelte (60.), war endgültig klar, dass es ein historischer Tag werden sollte. An den letzten eigenen Treffer nach einer Ecke konnte sich keiner der auf dem Platz stehenden GBCer erinnern. Danach streuten sich in der Grünauer Abwehr erstmals Leichtfertigkeiten und Ungenauigkeiten ein, ohne dass ABC die an diesem Tag bestrafen konnte. Im Gegensatz zum nimmermüden Gaudian, der einem Adlershofer Innenverteidiger den Ball vom Fuß nahm und sehenswert per Schlenzer ins lange Eck die Partie entschied (71.). Danach hatte ABC einige Chancen zum Anschluss, doch auch der finale Höhepunkt gehörte an diesem Tag Grünau. Nach einem Ballgewinn in der eigenen Hälfte dribbelte Schubert bis zum gegnerischen Sechzehner, ließ auf dem Weg mehrere Gegenspieler von sich abprallen  und schoss präzise und trocken links unten flach ein (85.). Wer nicht mitkam: 1:7 lautete das Endergebnis, aus Sicht des eigentlich favorisierten Gastgebers. Das Ausrufezeichen lassen wir an der Stelle einfach mal so stehen!

Trainer Bauschmann sprach nach dem Sieg von einer „starken Vorstellung aller Mannschaftsteile“ und schob hinterher: „Das Spiel hat gezeigt, was bei so einer Einstellung und Beteiligung alles möglich wäre.“ Die Mannschaft nutzte derweil den ungewohnten Termin am Freitagabend  und vor allem das unerwartete Ergebnis zu einer Derbysiegesfeier, bei der einige die Nacht zum Tage machten.