Glücklich aber verdient

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Nach der Osterpause ging es für uns auswärts nach Neukölln. Die letzte Begegnung mit dem BSV war Jahre her, somit galt uns die Mannschaft als weitestgehend unbekannt. Aufgrund der Tabellensituation lag die Favoritenrolle bei uns und demnach sollte ein Auswärtssieg her, um weiterhin mit an der Spitze der Tabelle zu verweilen.

Nach kurzer Begrüßung wählten wir den Anstoß und das Spiel ging los. Von Beginn an sollte der Gegner unter Druck gesetzt und mit Tempospiel das Neuköllner Tor attackiert werden. Nach bereits drei Minuten knallte Jonah den Ball das erste Mal wuchtig an die Latte. Eine Minute später war es dann der Torwart des BSV, der eine erneute Großchance unseres Stürmers kassierte. Zwei Minuten später noch ein Lattenknaller von Jonah. Unglaublich! Was für ein Auftakt, aber noch war nichts Zählbares dabei. Der Ball musste rein, irgendwann sollte es doch klappen! Ab dann spielte eigentlich nur noch der GBC. Jede Menge Ecken und sehenswerte Torschüsse folgten, aber alles ohne Abschluss, brachte unser Team fast zur Verzweiflung. Dazu schien die Vormittagssonne ganz famos und ließ unsere Spieler ordentlich schwitzen. Bis zur Halbzeit schafften wir es nicht, den Ball einzunetzen. Maßgeblich war das nicht zuletzt der Verdienst des starken grün-weißen Keepers.

Halbzeitpause. Warnende Worte von mir an die Mannschaft. Passt auf die Konter auf! Werdet nicht nachlässig! Irgendwann kommt der Erfolg, wenn ihr weiter spielerisch die Chancen erarbeitet.

Die zweite Hälfte ging genauso los, wie die erste endete. Großchance – gehalten. Großchance – daneben. In der 43. Minute dann ein erstes Lebenszeichen der Grün-weißen. Mit einem schnellen Konter überraschten sie unsere Abwehr, stießen direkt aufs Tor und bezwangen unseren Ersatzkeeper Noel chancenlos, der sein erstes Ligaspiel für den GBC absolvierte. 1:0! Genau das, was vorausgesagt wurde, trat ein. Unglaublich! Glücklicherweise gelang es dann Moritz, direkt nach dem Wiederanstoß aus der halbrechten Position tief in die lange Ecke abzuschließen und auszugleichen. Da war das lange verdiente Tor für uns! Und ab sofort war richtig Bewegung im Spiel! Es wurde gekämpft, gefordert, gestürmt und gelitten. Die mittlerweile aufgeriebenen Mittelfeldspieler und der Stürmer wurden für eine zehnminütige Pause ausgewechselt und die Reserve vertrat sie sehr anständig auf dem Platz. Kurz vor Ende sollte mit einem erneuten Dreifachwechsel noch einmal frische Energie ins Spiel kommen. Aufgrund von mehreren Verletzungen des Gegners ohne unser Zutun, einigten wir uns mit dem BSV auf dreiminütige Nachspielzeit. Der Krimi dauerte somit weiter an und unsere Überlegenheit war weiterhin drückend. Der BSV stieg zunehmend härter ein und uns lief die Zeit davon. 20 Sekunden vor Ende der Nachspielzeit wurde Artur bei einem Angriff im Strafraum grob von den Beinen geholt, sodass er über die Torauslinie segelte. Nicht mit allen zugedrückten Augen, konnte das übersehen werden und es gab den logischen 9-Meter-Freistoß für uns. Neukölln in höchster Not und man konnte den Spielern die Fassungslosigkeit ansehen. Kapitän Oskar übernahm den Freistoß und der Ball schlug im gegnerischen Tor ein und damit war Spiel vorbei. Tränen und Enttäuschung beim Gegner, ausgelassener Jubel bei den schwarz-weißen. 1:2 Endstand.

Fazit: Unser Sieg war glücklich aber gemessen an den Spielanteilen und Chancen hochverdient. Niemand möchte ein Strafstoßtor in der letzten Sekunde fangen, aber so sind nun einmal die Regeln. Freud und Leid liegen hier sehr nah bei einander.

Nächstes Wochenende kommt der Tabellenführer Rixdorf auf den Bunne. Genau wie wir, sind die noch ungeschlagen. Es besteht eine gute Chance, dass es hier wieder zu einem nervenzerreißenden Duell kommen wird.